Rekordverdächtige Feuerwehr

Vor drei Jahren wurde die Kinderabteilung bei der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbüttel/Ort gegründet – mit großem Erfolg: Heute sind sage und schreibe 36 Kinder Mitglied bei den Löschwelpen. Neun von ihnen traten Ende November ihren „Dienst“ an – und noch immer ist die Warteliste lang. „Wir wollen, dass Kinder nicht wegschauen, wenn etwas passiert“, sagt die Leiterin der Kinderfeuerwehr Löschwelpen, Jennifer Bielenberg aus Brunsbüttel. „Sie sollen Vorbilder für andere Kinder und auch für Erwachsene sein.“ Mit diesem Wunsch gründeten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Brunsbüttel/Ort im November 2015 eine Kinderabteilung, der sie den Namen Löschwelpen gaben. Schnell platzte diese Abteilung aus allen Nähten. Jennifer Bielenberg: „Wir führen eine lange Warteliste.“ Erst im April 2017 hatten die Kameraden eine zweite Kinder-Gruppe gegründet, um die Zahl auf der Warteliste zu verringern. Jedoch meldeten sich in den nächsten Monaten wieder viele Kinder an, obwohl die Kinderfeuerwehr schon bewusst auf Mitgliederwerbung verzichtet. Für die Feuerwehrfrau war das eine sehr unbefriedigende Situation. „Wir möchten es jedem Kind ermöglichen, einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachzugehen und Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe und Kameradschaft zu erfahren. Dies ist in der heutigen Zeit ein wichtiges Thema.“ Durch das Wechseln von acht Löschwelpen in die Jugendfeuerwehr und die Vergrößerung der Kinderwehr konnten nun neun Kinder endlich ihren Dienst in der Kinderfeuerwehr antreten. „Ihnen hatte der Probedienst super gefallen“, freut sich Jennifer Bielenberg über das Interesse an der Kinderfeuerwehr Löschwelpen. „Das ist der Lohn für unsere Arbeit und die Zeit, die wir in den Aufbau und die Weiterentwicklung der Kinderfeuerwehr stecken.“ An jedem ersten und dritten Samstag im Monat treffen sich die zurzeit 13 Betreuer der Kinderfeuerwehr mit den Kleinen am Gerätehaus Brunsbüttel/Ort. Die Jungen und Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren lernen unter Anleitung, wie Kerzen sicher entzündet und wieder gelöscht werden. Sie üben das Absetzen eines Notrufs im Brandfall und kennen sich bestens mit allen Geräten und den Fahrzeugen „ihrer“ Feuerwehr aus. Mit den neuen Mitgliedern ist die Warteliste etwas verringert worden – mehr aber auch nicht. „Es stehen noch immer einige Kinder auf der Warteliste“, sagt Jennifer Bielenberg. „Wir überlegen, ob wir die Zahl der Kinderabteilung noch einmal erhöhen.“ Das würde jedoch voraussetzen, dass auch genug geeignete Betreuer vorhanden sind. Diese arbeiten nicht nur ehrenamtlich, sondern müssen sich auch fortbilden und die Dienste entsprechend vor- und nachbereiten. „Das ist nicht einfach“, gibt Jennifer Bielenberg zu, „aber es wäre so schön, wenn wir einfach allen Kindern die Chance zum Mitmachen geben könnten.“

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